FIFA Frauen-WM 2011
11. Juli 2011

Silvia Neid im Abseits – Ein weiblicher Klinsmann wäre gut

Braucht die deutsche Frauen-Nationalmannschaft einen neuen Trainer?

Nach dem überraschenden AUS der deutschen Frauen bei der FIFA Frauen-WM 2011 sieht sich Silvia Neid einiger Kritik ausgesetzt. Sie kommt vom Potsdamer Trainer Bernd Schröder und vom Vater von Birgit Prinz.

Mag sein, dass die Kritik berechtigt ist aber andererseits ging die deutsche Nationalmannschaft als amtierender Weltmeister in das Turnier. Bei den letzten beiden Weltmeisterschaften hatte es Deutschland mit Silvia Neid geschafft. Nun ist man im Viertelfinale ausgeschieden. Silvia Neid wird selbst einige Zeit brauchen, bis sie das AUS verarbeitet hat.

Es ist aber auch so, dass der Frauenfußball an Qualität hinzu gewonnen hat. Die Spitzenmannschaften sind enger zusammen gerückt und von den letzten Acht hätte wohl jede Mannschaft mit etwas Glück den Titel holen können.

Deutschland hatte Pech. Hatte Deutschland Pech?

Deutschland war einer der großen Favoriten bei der WM im eigenen Land, wenn nicht der Favorit. Das Können dazu war zweifelsohne vorhanden, nur in den Köpfen wollte es nicht funktionieren. Da kommt dann aber schon Frau Neid ins Spiel.

Der Druck auf die Spielerinnen war immens. Es wurde selbst gemacht und die Lockerheit ging verloren.

Silvia Neid scheint mir eine sehr akribische und auch sehr strenge Trainerin zu sein. Die Zeiten solcher Trainer sind allerdings langsam vorbei. Der FC Bayern hatte auch einen sehr strengen und akribischen Trainer mit Louis van Gaal. Leider schaffen es diese Trainer nicht, dass der Funken der Begeisterung, der Leichtigkeit und der Lockerheit auf die Spieler bzw. Spielerinnen überspringt.

Silvia Neid ist auf der Bank immer sehr kontrolliert, auch wenn ihre Spielerinnen ein Tor schossen. Wenn man sich dagegen die Bilder in Erinnerung ruft, wie Klinsmann gejubelt hatte, wenn ein Tor fiel, dann wird der Unterschied sehr deutlich. Fußball wird nicht mehr auf dem Reißbrett entschieden.

Klinsmann machte es vor

Es war letztendlich Jürgen Klinsmann, der die neue Ära von Trainern ins Leben gerufen hatte. Beim Sommermärchen 2006 gab er mit seiner Art den Ausschlag. Die Spieler mussten sicher ebenso hart trainierten wie noch unter Helmut Schön aber mittlerweile ist es sehr wichtig, die Psychologie ins Spiel zu bringen. Was nützen sehr qualifizierte Spieler oder Spielerinnen, wenn sie ihr Potenzial nicht abrufen können, weil der Kopf zu zementiert ist? Gar nichts.

Klinsmann schaffte es bei der WM 2006 im eigenen Land. Ok, Deutschland ist damals nicht Weltmeister geworden aber der Spaß im Fußball hatte endlich Einzug gehalten.

Strenge Trainer sind wohl wichtig aber es braucht mittlerweile einfach Trainer wie Klinsmann oder Jürgen Klopp, die eine Mannschaft anstacheln, anzünden können. Das Potential muss einfach entfacht werden.

Deutschland hätte eigentlich im Finale stehen müssen

Wenn man sich die Spiele im Viertelfinale angeschaut hat, dann kommt man unwillkürlich zu dem Ergebnis, dass Deutschland eigentlich den besseren Fußball spielen kann und verdient hätte weiter zu kommen. Leider waren die Köpfe voller Beton und die Inspiration ging verloren.

So gesehen finde ich, dass Silvia Neid von einem Trainer oder einer Trainerin ersetzt werden sollte, die genau dieses Feuer wieder entzünden kann.

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(Jürgen Knösch)

2 Responses to "Silvia Neid im Abseits – Ein weiblicher Klinsmann wäre gut"

  1. Frieder sagt:

    …soo soo, frau fordert jüngere Spielerinnen für die Nationalmannschaft. Möge sie doch bei sich selbst damit beginnen. Schade, daß die Gipsköpfe nun auch den Frauenfußball dominieren. Schade auch um Birgit Prinz. Grüße – Frieder

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