Die Kofferbande

Posted in News | Posted by Jürgen Knösch |

Heute habe ich den frühen Zug wieder bekommen, ja sogar nen Sitzplatz. Ein absoluter Fauxpas ist, dass auf der gegenüberliegenden Seite ganze 4 Plätze von 5 riesigen Koffern belegt ist. Alle Pendler, die durch das Abteil auf der Suche nach einem freien Sitzplatz getrottet sind, haben den Kopf geschüttelt. Bislang kann ich noch nicht erkennen, wer der Besitzer der Koffersammelstelle ist. Sämtliche Koffer sind mit den kleinen Rollen versehen, so dass man sie mühelos hinter sich her ziehen kann. 
Gestern habe ich am Hauptbahnhof mal nen Mann erblickt, der den Koffer noch getragen hat. Das ist mittlerweile die absolute Ausnahme. Ein Jeder und eine Jede sowieso ziehen nur noch. Der Erfinder dieser kleinen Rollen wird wohl ein gemachter Mann sein. Ähnlich wie der, der das Klettband erfunden hat. Werde später mal im Büro eruieren, wer die glücklichen sind, grins.

Ob wohl die Frau mit der Seidenbluse, die mir gegenüber sitzt zu der Koffer-Gang gehört? Sie hält eine Kroko-Immitat-Handtasche vor dem Bauch mit beiden Händen fest. Die Finger beider Hände sind nicht beringt. Die schwarz-lila gefärbten Haare im Pagenlook und der zu zusammengekniffene Mund, bei dem man annimmt, das erforderliche Gebiss wurde heute morgen dann doch nicht eingesetzt, lädt auch nicht ein, an eine verheiratete Frau zu denken. Sie steht kurz vor Hanau auf und zieht ihren schwarzen, am Kragen bepelzten Mantel an und steigt wohl gleich aus. Sie hat also der Koffermeute nicht angehört. Gut, dass ich bis zum Hauptbahnhof durchfahren, dann kriege ich auf jeden Fall mit, wer zu den Koffern gehört. Vielleicht sitzen sie ja auch im nächsten Abteil und entgehen so raffiniert den zornigen Blicken? Links neben der Dame sitzt ein Mann mittleren Alters, der wohl, man kann es nicht anders sagen, perfekt durch gestylt angezogen ist. Braune Lederjacke, eine von den wirklich guten. Außen glattes mattes Leder, innen der Pelz. Ocker-beige Breitcordhose, dunkelgrüner Kaschmirschal und auf dem Schoß gehalten, zwei Lederfäustlinge, passend zur Jacke. Nun, die Fäustlinge taugen eher für eine Expedition zum Mount Everest als für die tägliche Zugfahrt, grins. Dennoch, soviel Geschmack sieht man selten! Ich kann ja auch mal etwas positives schreiben, gelle.

Jetzt sitzt ein junger ausländischer Mann gegenüber. Er hat einen dreiviertel langes „Pfeffer und Salz“ Mäntelchen an. Die Hände sind in braunen Thinsulate-Kunstfaser Handschuhen verborgen. An den Handschuhen sind unzählige kleiner Faserknubbels. Da müsste er mal mit seinem Rasier-Apparat ran.

So, die Kofferbande gibt sich zu erkennen. Es sind sechs junge Mädels. Sie saßen eine Reihe vor den Koffern. Iss klar, ne. Diese jungen Dinger machen sich freilich keinen Kopf darum, dass sie den müden Pendlern die Plätze wegnehmen. Ich schätze, sie fahren in den Skiurlaub oder sonst eine Freizeit. Eine von Ihnen zerrt einen Koffer nach dem anderen heraus und übergibt ihn an eine wartende Freundin. Von den Sechsen haben 3 ein Handy am Ohr. Ich fasse es nicht. So, jetzt muss ich auch einpacken

Guantanamo und die erste Klasse…

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Endlich Freitag und Feierabend und Wochenende.

Heute habe ich ein geniales Abteil im Zug erwischt. Es ist ein ehemaliges 
1. Klasse Abteil. Die Beinfreiheit ist hier so, wie man sie sich wünscht. Obendrein habe ich noch einen Einzelsitz. Viele Fahrgäste gehen einfach durch, weil sie es wohl nicht glauben können, dass das kein 1. Klasse Abteil mehr ist. Tja, der Pendler und seine Gewohnheiten. Er ist es eben nicht gewohnt so komfortabel zu sitzen.
Gestern hatte ich geschrieben, dass sich die Vorstände immer selbst die Taschen voll machen und heute habe ich gelesen, dass sich die amerikanischen Banken-Manager, selbst nach dem börsianischen Weltuntergangs noch erlauben, die Taschen ordentlich mit Greenbacks voll zustopfen. Mister Obama ist darüber not very amused. Er sollte Guantanamo doch nicht schließen. Nein, das wäre doch ein schöner Ort, wo man all die unfähigen Banken-Manager hin tun könnte. Dort könnten sie dann den ganzen Tag Monopoly spielen. Der Gewinner darf dann auf der einzigen Pritsche schlafen. Die anderen müssen sich jeden Abend frische Erdkuhlen mit den bloßen Händen buddeln, um wieder Kontakt mit der Erde aufzunehmen.
Nach 5 Jahren werden sie dann entlassen und dürfen Greenpeace beitreten.

Durch die großzügige Raumaufteilung im Firstclass kann ich gar nicht die Mitreisenden sehen. Alle sind durch Rückenlehnen verdeckt. Um etwas lohnenswerte zu entdecken, müsste ich mich aus meinem Sessel heraus lehnen. Das wäre freilich zu auffällig. Auf einen Sitz schräg vor mir habe ich prima Sicht. Dort liegt aber nur eine Tasche. Links neben mir sitzen 2 junge Studentinnen. Aber leider nichts auffälliges.

Wäre ich jetzt in einem der feinen Züge in Neuseeland, würde bald der Schaffner vorbei kommen und Devonshire Tea servieren. Das habe ich tatsächlich während meines 9-wöchigen Urlaubs bei den Kiwis erlebt. Devonshire Tea ist absolute Weltklasse. Es besteht aus frisch gebackenen kleinen Eierpfannkuchen. Da kommt dann eine ordentliche Portion Schlagsahne drauf. Gekrönt wird das Arrangement mit viel Himbeermarmelade. Der Becher mit frisch gebrühtem Kaffee wird freilich auch serviert. Das Ganze gab es auf der Fahrt von Greymouth (Westküste der Südinsel) nach Christchurch. Das ist eine herrliche Zugfahrt. Es geht über die Baumgrenze, vorbei an vielen Seen und einer sowieso gigantischen Landschaft. Wer vor hat dieses stressfreie Land zu besuchen, sollte unbedingt solch eine Zugfahrt in sein Reiseprogramm aufnehmen.
Eine zweite schöne Strecke geht von Wellington nach Napier, entlang der Südostküste der Nordinsel. Vielleicht fährt der Zug auch weiter als nach Napier?! Ich bin zumindest damals dort ausgestiegen. Die Strecke ist aber landschaftlich nicht ganz so eindrucksvoll. Dafür lohnt sich ein paar Tage durch Napier zu streunen. Die Stadt wird als Art-Deco-Stadt in den Reiseführern angepriesen. Es ist eine relativ junge Stadt. Jung deshalb, weil sich in den 30-iger Jahren bei einem Erdbeben fast vollständig zerstört wurde. Jetzt muss ich aufpassen, dass ich mit dem Thema Neuseeland wieder aufhöre, sonst schreibe ich morgen noch. Ich werde demnächst aber eine schöne Geschichte aus diesem Urlaub hier vorstellen.

Hans Zimmer ist der Beste nach Obama

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Es ist Dienstag, der 27. Januar 2009 und heute hat der Herr Obama den muslimischen Ländern einen neuen friedlichen Dialog angeboten. Na, vielleicht wird sich ja bald alles zum Besseren wenden?!
Was die Sportnation heute aber mehr interessiert, ist wohl das anstehende Handballspiel der Herren bei der Weltmeisterschaft in Kroatien. Ich denke jedenfalls, dass die WM in Kroatien stattfindet. Die Jungs müssen das einfach schaffen. Vielleicht kriegen sie ja heute mal ein Schiedsrichtergespann, das unserer Mannschaft wohlgesonnen ist. Verdient hätten sie es auf jeden Fall. Obama würde ihnen motivierend zurufen: Yes we can!!!

So, wir fahren heute pünktlich los. Auf der anderen Abteilseite sitzt ein Polizist in der neuen blauen Uniform und liest ein Buch. Das ist selten. Polizisten sind doch nach dem Dienst meist fix und alle, da geht höchstens noch die Bildzeitung.
Ich habe vorhin mal meinen Lieblingssitz mit dem Handy fotografiert. Vielleicht schaffe ich es ja, die Bilder hier im Blog unter zu bringen.
Auf meinem Kopfhörer läuft Musik von Fluch der Karibik. Schon genial was der Herr Bartelt da komponiert hat. Anfangs dachte ich immer, dass es doch Hans Zimmer sein müsste, so wie das klingt. Nach einer kurzen Recherche war es mir dann aber klar. Herr Bartelt ist ein Angestellter von Herrn Zimmer. Aha, also läuft es im Filmgeschäft auch nicht anders als in anderen Arbeitsverhältnissen. Man passt sich halt dem Chef an, haha. 
Den zweiten und dritten Teil von Fluch der Karibik hat dann aber der Chef selbst in die Komponierfeder genommen. Auch gut.
Gerade hat sich wieder der junge Kerl mir gegenüber gesetzt, den ich schon öfters gegenüber hatte. Er nimmt auch ratzfatz wieder seine kleine Spielekonsole aus dem Rucksack, zieht den kleinen Plastikstift aus der Seite und tippt auf dem Ding herum. Ich wüsste ja nur zu gerne, was das für ein Gerät ist. Mein Sohnemann hat es mir neulich auf Nachfrage schon mal gesagt. Ich Dummerl habe es aber gleich wieder verdrängt. Soeben ist der Schaffner vorbei geschlendert. Ich habe umständlich mein Portmonee aus meiner rechten Gesäßtasche genestelt, die Fahrkarte herausgefingert aber der Umbal (orkisches Schimpfwort) wollte sie gar nicht sehen. Er hat nicht mal drauf geschaut. Ein kurzer Blickkontakt mit dem Spieler gegenüber, erzeugt ein Lächeln. Schon ist ein Kontakt hergestellt. Vielleicht frage ich ihn ja bald einmal, was er da so jeden Tag spielt. Heute aber nicht. Dann müsste ich ja den Kopfhörer aus zumindest einem Ohr zupfen, um die Antwort zu hören. Das mag ich jetzt nicht.
Schräg vorne sitzt eine junge Frau, die einen Nasenstecker und ein Lippenpiercing hat. Wanns schee macht…. Obendrein hat sie an jedem Daumen einen Ring. Ich werde wohl nie verstehen warum sich Frauen an den Daumen Ringe stecken. Die schwarze Kluft, die sie trägt passt aber prima dazu.
Sonst passiert nicht viel. Der Polizist hat das Buch mittlerweile aufs Knie gelegt und die Augen geschlossen. Aha, also doch zu müde. Als hätte er es gehört bzw. auf meinem Bildschirm abgelesen, öffnet er die Augen mühsam und liest angestrengt weiter.
Falls in Hanau nichts neues geschieht, werde ich das Notebook zuklappen und auch noch ein paar Minuten die immer müden Äuglein schließen.
So, erstmal nichts mit schlafen. Der letzte der drei Plätze wurde von einem älteren Mann belegt. Der klassische, glatte goldene Ehering ist an seiner rechten Hand sichtbar. Mit der rechten Hand hält er den linken Arm vor dem Bauch fest und schließt auf der Stelle die Augen. Ja, heute sind aber auch alle müde. Außer dem jungen Spieler und ich. Müde bin ich als Beamter schließlich immer. Westernhagen sagte ja im Film „Theo gegen den Rest der Welt“ auf die Frage der reizenden Schweizerin, ob er denn nicht müde sei und schlafen wolle – ich schlafe immer am Ende des Monats – Welch Antwort. An dieser Stelle lache ich heute noch laut. Ich habe den Film wohl schon 15 mal gesehen. Ende des Monats ist ja bald, dann kann auch Theo endlich schlafen ;-) .

Die Kopfhörer mit Musik im Ohr haben einen klaren Nachteil, stelle ich gerade fest – man kann den Gesprächen nicht lauschen. Naja, man kann ja nicht alles haben. 
Der Polizist hält beim Lesen weiter durch und der junge Spieler steigt in Langenselbold aus. Ich schließe für heute.

Gesucht wird: Armee mit Kindergarten

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Die Bundeswehr will ein moderner Arbeitgeber werden. Schließlich steht sie in Konkurrenz mit privaten Arbeitgebern. Diese haben häufig Betriebskindergärten. Genau, das ist doch die Lösung. In den Kasernen werden Kindergärten für die Plagen der Soldaten eingerichtet. Spielzeug ist ja genug da. Panzer, Geländefahrzeuge etc. . Auf dem Gelände kann man prima Räuber und Gendarm spielen, am Besten in Tarnklamotten, die Kleiderkammer wird bestimmt entsprechend angepasst. Da die Schützenverein derzeit gar keinen guten Ruf haben, könne die Kleinen ja auf das Arsenal der Waffenkammer zurück greifen. Freilich gehört dann auch das beliebte Waffenreinigen mit anschließendem Waffen-Appell dazu, lach. Also ich weiß ja nicht……

Fakten seht ihr im Link: http://www.tagesschau.de/inland/wehrbericht100.html

Gas wird billiger

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Na endlich, darauf warte ich schon sehr lange. Ich dachte schon, dass das nie kommt. Jetzt scheint es aber endlich soweit zu sein. Von meinem Gasanbieter habe ich heute auch ein entsprechendes Schreiben bekommen, puuh.