Außendämmung mit Schindelfassade
Bei der Überlegung, welches Dämmmaterial ich verwenden wollte und wie die Außenfassade hernach gestaltet werden sollte stand im Vordergrund, dass ich keine Firma beauftragen wollte bzw. mangels der entsprechenden Mittel, konnte.
Also mussten Materialien gefunden werden, die ich mit etwas Geschick und Geduld selbst verarbeiten konnte. Obendrein sollten sie noch baubiologisch in Ordnung sein.
Schließlich stieß ich in einer Bauzeitschrift auf eine Anzeige über Dämmmaterial aus Schafwolle. Diese Schafwolle war nur mit Borsalz behandelt, 50 cm breit, 6 cm dick und auf Rollen à 10 m gewickelt.
Damit ich seinerzeit in den Genuss von Zuschüssen kommen konnte musste die Dämmung mindestens 12 cm stark werden.
Dies bedeutete, dass ich 2 Lagen Schafwolle aufbringen musste.
Hierzu wurden zunächst vertikal 6 x 6 cm starke Kanthölzer horizontal in einem Abstand von ca. 48 – 49 cm mit Hilfe von Rahmendübeln angebracht.
Die Schafwolle wurde dann lediglich mit einem Tacker an die Kanthölzer befestigt.
Danach wurde die 2. Lage Kanthölzer vertikal angebracht. Dieses Mal habe ich Kanthölzer jedoch angenagelt. Geht schneller und ist wesentlich preiswerter.
Danach wieder das Spiel mit der Schafwolle und dem Tacker.
Bei dieser Arbeit hatte ich das Gefühl, ich würde dem Haus einen Wollpullover stricken. Naja, so was in dieser Art war es auch.
Als die Dämmung fertig war, habe ich bitumierte Weichfaserplatten mit umlaufender Nut und Feder, 19 mm stark mit „Kopfnägeln“ an die vertikalen Kanthölzer angenagelt. ich habe dabei nur so viele Nägel verwendet, dass die Platte gut saß. Die eigentliche Befestigung erfolgte in einem weiteren Arbeitsgang als die Konterlattung angebracht wurde.
Etwas Geduld musste ich beim Abkleben der Außenecken und der Fensteranschlüsse mit einem Bitumenklebeband aufbringen. Lohnt sich aber in jedem Fall, da dadurch eine sehr gute Winddichtigkeit erreicht wird.
So, jetzt kam wie bereits angedeutet die Konterlattung dran. Auch die wurde genagelt. Bei er Lattung habe ich unbehandelt Dachlatten verwendet. Ich halte es nicht für erforderlich, dass die Dachlatten irgendwie imprägniert sein müssen. Sie sind dem Wetter nicht ausgesetzt und halten auch so viele Dekaden.
Nach der Konterlattung kam die Lattung für die Schindeln. Spätestens jetzt sollte man sich überlegen, ob man eigentlich einen guten Hammer hat. Ich hatte mir schon vorher einen englischen Latthammer gekauft und hatte damit ein wirklich gutes Werkzeug in der Hand, mit dem das Nageln wirklich Spaß machte. Ist der Kopf des Hammers zu leicht, tut man sich eher schwer und verliert bald die Lust an der Arbeit.
Eine Schwierigkeit bei der Neugestaltung der Außenfassade war: wie dämme ich die Fensterbacken und welche Fensterbank nehme ich?
Vorher waren hässliche Fensterbänke aus Kunststein angebracht. Diese habe ich kurzerhand bündig mit der Hauswand abgeschlagen und mich für Holzfensterbretter entschieden. Ebenso für die Fensterleibungen.
Als Holz habe ich Lärchenbretter in einer Stärke von 2 cm gewählt. Lärche ist sehr gut geeignet für den Außenbereich. Diese habe ich aber mit einer biologischen Holzlasur blau gestrichen. Ein kleiner Farbtupfer bei all dem Holz kommt sehr gut.
Die Fensterleibungen habe ich mit den bitumierten Weichfaserplatten gedämmt und anschließend die Lärchenbretter angeschraubt. Hierbei bitte darauf achten, dass die Schrauben versetzt angebracht werden, sonst kann sich das Brett verziehen! So hatte ich auch gleich einen Anschlag für die Schindeln.
Als eine der widerstandsfähigsten Schindelarten wurde mir die Alaska-Zederschindel empfohlen. Einfach auf eine Suchmaschine gehen und „Holzschindel“ eingeben. Es gibt mehr Anbieter als man denkt.
Die Schindeln, die ich verwendet habe sind handgespalten und 40 cm lang. Da sie gespalten und nicht gesägt sind, bietet sie der Verwitterung nur wenig Angriffsfläche.
In Nordamerika und Kanada werden sehr vielen Häuser geschindelt und halten wohl mindestens eine Generation.
Ein großer Vorteil von dieser Schindel ist, dass man sie nie streichen muss! Dass heist: Kein Gerüst ausleihen und keinen Pinsel in die Hand nehmen. Lieber spazieren gehen, oder?!
Auf das Schindeln gehe ich hier nicht weiter ein. Ich hoffe die Bilder sprechen für sich?!
Mittlerweile ist die Schindelfassade 13 Jahre (im Jahre 2009) am Haus und ich bin immer noch sehr zufrieden.