Er ist einer der Spieler mit der meisten Erfahrung in der deutschen Nationalmannschaft. 100 Mal ist er bisher im DFB-Trikot zu Einsätzen gekommen. Er war dabei, als man in der WM 2006 bitter gegen die Italiener ausgeschieden ist. Lukas Podolski will endlich den Italienfluch von der Nationalmannschaft nehmen: „Es ist Zeit, diese Serie zu brechen“, so der Noch-Kölner gegenüber der „Bild“. Am besten gleich am Donnerstag im Halbfinale.
Bisher konnte das Team von Jogi Löw noch kein Spiel in einem Turnier gegen Italien für sich entscheiden. Doch Podolski will das Duell von 2006 nicht heranziehen: „Das kann man nicht vergleichen. Zu 2006 haben wir uns enorm gesteigert. Heute haben wir eine ganz andere Philosophie und eine andere Mannschaft. Das wissen die Italiener auch.“ „Poldi“ ist hoch motiviert. Schon zum zweiten Mal zieht er mit der Mannschaft in ein EM-Halbfinale ein. Doch Italien ist und bleibt für die DFB-Elf ein rotes Tuch. „Es gibt Angstgegner, das ist wie im Vereinsfußball. Aber die Sache ist doch klar: Wir wollen ins Finale, also müssen wir Italien schlagen. Darum ist für Italien hoffentlich Endstation in dieser EM“, gab sich der Stürmer kämpferisch gegenüber den Sportnachrichten der „Bild“.
Allerdings muss auch Lukas Podolski zugeben, dass er von der Leistung der Italiener beeindruckt ist. Vor allem da die Elf von Cesare Prandelli vor der EM wieder einmal ins Visier der Justiz gerückt ist. „Es ist erstaunlich, dass sie nach der ganzen Unruhe durch den Wettskandal und die schlechten Vorbereitungsspiele das Halbfinale erreicht haben. Sie haben mich in diesem Turnier positiv überrascht“, erklärte Podolski weiter. Trotzdem sehen Fußball-Wetten die deutsche Nationalmannschaft vorn und genau darauf baut auch der 26-Jährige.
Mit seiner Reservistenrolle im Viertelfinale gegen Griechenland war der zukünftige Londoner nicht wirklich zufrieden. Vor allem weil das Spiel für ihn auch aus familiären Gründen wichtig war. Dennoch erklärte der Musterprofi : „Natürlich war ich enttäuscht, gerade weil das Spiel in Polen war, die Familie auf der Tribüne saß. Aber ich habe schon so viel mitgemacht, da wirft mich das nicht zurück.“ Auch für das Halbfinale sieht er seine Chancen auf einen Einsatz optimistisch. „Ich hatte ein gutes Gespräch mit dem Bundestrainer und gehe davon aus, dass ich Donnerstag auf dem Platz stehe.“
(Jürgen Knösch)

