Fußball
21. Juni 2012

Deutschland vs Griechenland – Der Raum wird eng!

Bei dieser EM konnten die Zuschauer bisher kaum schönen Offensivfußball sehen. Tore sind zur Genüge gefallen, doch die Spiele selbst wirkten oftmals zäh und langatmig. Vor allem die Favoriten, wie Spanien und auch Deutschland spielten bisher nicht so elegant und zauberhaft wie noch bei der WM 2010 oder wie in der Qualifikation zur EM, wo Deutschland mit feinem Offensivfußball begeisterte.

Eher wie Handball wirkte es, als das DFB-Team immer wieder nach einer Lücke suchend um den Sechzehner der Dänen herum passte. In der WM 2010 konnten Jogis Jungs noch überraschen, 2012 ist seine Elf klarer Favorit. Deshalb postieren sich Deutschlands Gegner um ihren eigenen Strafraum, machen die Räume eng, damit die Deutschen ihr Offensivspiel nicht entfalten können.


Auch Thomas Müller, Mittelfeldspieler beim FC Bayern in der 1. Bundesliga, ist es leid, immer wieder gegen Abwehrbollwerke anzurennen. „Tja das ist das Problem, wenn man in einer guten Mannschaft spielt. Da stellen sich die Gegner halt rein, man muss geduldig sein, auf den richtigen Moment warten“, so der Bayernspieler im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“.

Doch der Münchner ist erfahren, was enge Räume auf dem Fußballfeld angeht. „Ich muss ja schon länger damit umgehen, dass ich weniger Räume habe als früher. Von Bayern bin ich das gewohnt, da erleben wir das sogar im Champions-League-Finale gegen Chelsea. Neu ist, dass diese Entwicklung auch die Nationalelf erreicht hat.“

Was Müller damit meint ist, dass die EM-Außenseiter meist perfekt auf die Spielweise ihrer favorisierten Gegner eingestellt sind. Die Spanier mussten das gegen die Italiener lernen, die mit einer Fünfer-Abwehrreihe spielten.

Jetzt kommt Griechenland, die bekannt sind für ihr Defensivbollwerk. Doch Müller sieht es im SZ-Interview positiv: „Allzu viele Räume für Konter werde ich da nicht kriegen, aber ich gehe mal davon aus, dass das Turnier danach für uns noch weitergeht.“ Auf ein torreiches Spiel sollten die Fans aber nicht wetten. Die Gegner, die ab dem möglichen Halbfinale auf die DFB-Elf warten, werden wohl nicht mehr so defensiv stehen. Dadurch entstehen Räume für Steilpässe und Dribblings, worauf auch Thomas Müller hofft, der sein Spiel dann besser entwickeln könnte.

Auf die Frage des SZ-Journalisten zum möglichen Finale gegen Spanien meint der Bayernstar: „Spanien ist eine andere Nummer. Das Problem bei Spanien ist: Gegen die hast du zwar Raum, aber keinen Ball.“ Das wäre dann umgekehrte Realität zu den bisherigen Spielen der deutschen Nationalmannschaft.

(Jürgen Knösch)

Leave a Reply