Bundesliga
21. Mai 2012

Solbakken rechnet mit Köln ab

Nach nur achteinhalb Monaten wurde Stale Solbakken am 12. April vom 1. FC Köln beurlaubt. Einen Monat später ist die Katastrophe perfekt, die „Geißböcke“ in die 2. Liga abgestiegen. Nun meldet sich der Ex-Trainer zu Wort und schießt eine Breitseite gegen die Vereinsführung.

Schwer sind die Vorwürfe, die Solbakken in den Fußballnachrichten erhebt. Gegenüber dem „kicker“ sagte Solbakken, Köln-Präsident Werner Spinner habe ihm noch kurz vor seiner Entlassung gesagt: „Sie sind der Trainer in den letzten zehn Jahren, auf den wir stolz sind.“ Auch Vizepräsident Toni Schumacher habe in belogen: „Toni Schumacher saß bei mir in der Küche und hat mir einen Tag vor dem Aus gesagt: ‚Wir werden dich nicht entlassen. Du bist unser Weg!’“


Und auch Geschäftsführer Claus Horstmann habe ihn am Tag vor der Trennung gefragt, ob er nicht auch mit in die zweite Liga gehen würde, sollten die Kölner denn wirklich wie in den Bundesliga Wetten prognostiziert den Klassenerhalt verpassen. „Ich habe ihm am nächsten Tag um 10 Uhr eine SMS geschickt: ‚Ich bleibe auch in der Zweiten Liga!’ Seine Antwort war: ‚Sehr gut!’ Sieben Stunden später war es vorbei.“ Die Domstädter hätten ein „falsches Spiel gespielt“, schimpft der Norweger und erhebt schwere Vorwürfe: Sowohl Spinner als auch Schumacher hätten ihn „später nicht mal angerufen.“

Nicht nur menschlich, sondern auch sportlich sei einiges schief gelaufen bei den Kölnern. So musste sich Solbakken Vorwürfe gefallen lassen, er habe die FC-Talente nicht richtig gefördert. Dem widersprach er nun und sagte, der FC sei „ein super Klub“, das Problem sei jedoch: „Man sagt das eine und macht das andere.“ In einer Krisensituation habe der Verein „das Gleiche gemacht wie immer. Ich habe die Rechnung für das bekommen, was hier in einer langen, langen Zeit passiert ist.“

Dennoch zeigte sich der 44-Jährige auch selbstkritisch. Einigen Spielern habe er zuviel durchgehen lassen. Zudem gab er zu, dass „der Konflikt mit Volker Finke sehr schlecht für den Verein“ gewesen sei. Fink hatte Solbakken im Sommer 2011 geholt, sich jedoch schnell mit ihm zerstritten und ihn öffentlich kritisiert. „Wir hatten schon Anfang September den ersten Termin, um unser Verhältnis zu verbessern“, plauderte Solbakken aus dem Nähkästchen und fügte hinzu: „Aber wir waren zu unterschiedlich.“

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(Jürgen Knösch)

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