Gesellschaft
28. Februar 2012

MKK Klinik Gelnhausen – Patient wird einen Tag nach Knöchel-OP entlassen – ein Skandal

Die MKK-Kliniken, bestehend aus den Kliniken in Gelnhausen und Schlüchtern haben eine nette Webseite. Die Realität ist leider eine andere. Wenn ein Patient einen Tag nach einer Knöchel-OP (Weber-Fraktur B) entlassen wird, scheint etwas nicht zu stimmen!

Wehe wenn man ins Krankenhaus Gelnhausen muss oder stationär eingewiesen wird. Zunächst erwartet den Patienten eine verwaltungstechnische Odyssee und medizinisch/pflegerisch erlebt man seltsames.

Wie sich alles zutrug

Die Geschichte ist noch ganz frisch. Ein Patient geht bzw. humpelt unter starken Schmerzen in die Unfall-Chirurgie ins Krankenhaus nach Gelnhausen, das war am letzten Sonntag. Nach mühevollen 5 Stunden war der Knöchel geröntgt und ein Arzt attestierte “Weber-Fraktur B”. Der Patient bekam einen schicken Schuh angepasst und durfte wieder nach Hause humpeln. Man werde ihn am Montag wegen der weiteren Behandlung anrufen. Der erste Skandal. Wie kann ich einen Patienten mit einer Fraktur am Knöchel wieder nach Hause entlassen?

Der zweite Tag beginnt mit einem Anruf aus der Klinik Gelnhausen

Montags um ca. 8:00 Uhr bekommt der Patient einen Anruf, dass er sofort in die Klinik kommen soll, da die “Weber-B Fraktur” heute operiert werden soll. Der Patient muss dann zusehen, wie er mit einem gebrochenen Knöchel in die Klinik kommt. Ok, es gibt ja Freunde oder die Familie. Montags muss ja nur selten jemand arbeiten…..

Endlich in der Klinik angekommen, geht man zunächst zur Anmeldung. Dort wird einem gesagt, dass man zur Aufnahme der Unfall-Chirurgie gehen soll. War man da nicht erst am Vortag?

Ok, man macht ja alles mit, es bleibt einem ja auch nichts weiter übrig. Bei der Anmeldung der Unfall-Chirurgie wird wie üblich zunächst das “Krankenkassen-Kärtchen” verlangt. Es gilt ja den ganzen Aufwand irgendwann abzurechnen. Dass der Patient eigentlich vom Krankenhaus angerufen wurde und er eigentlich bekannt sein müsste, spielt keine Rolle. Keiner weiß, wer angerufen hatte.

Also muss man erst einmal diverse Formulare ausfüllen. Dann heißt es warten, man muss sehr lange warten und darf viele kranke, Unfallverletzte Menschen beobachten.

Nach mehr als einer Stunde wird man dann von einer Krankenpflegerin aufgerufen, es werden einige Kanülen mit Blut abgenommen und die Braunüle wurde eingesetzt. Aha, gleich geht es los… NEIN. Erst muss man warten, bis ein Arzt einen aufruft. Das dauerte wieder mehr als eine Stunde. Aber dann kam doch der Aufruf. Der Arzt hatte wie aus Zauberhand, die Röntgenaufnahmen des Vortages parat und erklärte die Operation. Es soll eine Platte eingesetzt werden. Der Patient wäre dann ca. 3-4 Tage stationär untergebracht und es würde ihm beigebracht, wie man mit Krücken die Treppen etc. bewältigt.

Der Anästhesist ist ein Guter

Danach musste man zum Anästhesisten, bzw. zu dessen Anmeldung. Aber, welch Überraschung, hier ging es rasch vorwärts und der Anästhesist war ein kompetenter Arzt, der die Anästhesie fachkundig und einfühlsam erklärte. Danach fing es aber gleich wieder an. Man fragte, wo man denn nun hin müsse. Da war der gute Arzt leider auch schon wieder überfragt. Er schickte uns zurück zur Annahme der Unfall-Chirurgie. Dort angekommen, wies man uns wieder auf die Wartestühle.

Das Zimmer wird zugeteilt

Die Warterei dauert dieses mal nicht all zu lange. Die Dame an der Annahme sagte und das Stockwerk und die Station. Na endlich. Als wir dort ankamen, lagen wir aber noch in irgendeinem Körbchen und die Pfleger und Pflegerinnen überlegten, in welches Zimmer man denn die “Weber-Fraktur B” legen solle. Es kamen dann nur zwei Zimmer in Frage und man wies uns ein Zimmer zu, erklärten aber gleich, dass da noch kein Bett sei.

Ok, egal, wenigstens das Zimmer wussten wir und suchten es auch sogleich auf. In diesem Zimmer lagen bereits zwei weitere Patienten. Zu unserer Überraschung wurde alsbald ein Bett herein geschoben und die Plastikfolie zügig entfernt. Danach ging alles seinen Gang. Das hatte etwas beruhigendes. Ein guter Pfleger kam und erledigte die üblichen Vorbereitungen zur Operation. Der Unterschenkel wurde rasiert und der Patient bekam das Flügelhemdchen und einen netten OP-Slip. Die Operation erfolgte dann im Laufe des Nachmittags und Abends konnte ich den frisch operierten Patienten schon besuchen. Es ging ihm den Umständen entsprechend gut.

Man verabredete sich für den nächsten Abend zum Besuch und ging nach Hause.

Zum Skandal

Heute, am frühen Nachmittag, es mag ca. 14:45 Uhr gewesen sein, kam dann der Anruf des Patienten, dass er JETZT entlassen würde. Wie, Was, Warum…..die Frageworte wollten kein Ende nehmen. Der Patient meinte, dass der Chefarzt vorbeigekommen sei und dieser äußerte, dass zu viele Patienten auf der Station seien. Im Zimmer der “Weber B-Fraktur” lagen mittlerweile 4 Patienten in einem 3-Mann Zimmer.

Jeder, der nicht kurz vor dem Ableben stand wurde danach wohl entlassen, so habe ich es jedenfalls empfunden. Auch der Patient, der tags zuvor am Knöchel operiert wurde und drei Tage stationär behandelt werden sollte, wurde entlassen. Man übergab ihm 2 Thrombose-Spritzen und einen Brief für den Hausarzt. Die Weber-B Fraktur war einer weiteren Behandlung in der MKK-Klinik Gelnhausen wohl nicht mehr würdig. Die Aussage, dass der Patient 3-4 Tage stationär behandelt würde und ein Einweisung mit den Krücken bekommen würde, war wohl nur leeres Gerede.

Auch die MKK-Kliniken sind nur noch ein Unternehmen, das wirtschaftlich handeln muss

Die Weber B-Fraktur musste nun zusehen, wie sie nach Hause kommt. Aber das ist wohl sein eigenes Problem. Das Bett musste rasch geräumt werden, schließlich gibt es noch andere Patienten, die auf die Gnaden der MKK-Klinik Gelnhausen warten.

Die Weber B-Fraktur muss nun morgen zum Hausarzt und sich weiter behandeln lassen. Auch wie er dorthin kommt, ist der Klinik egal.

Was ist mit dem Eid des Hippokrates? Ich habe mich ziemlich über diese Art und Weise der MKK-Klinik Gelnhausen aufgeregt. Mein Artikel hierzu, den ihr gerade lest, soweit ihr bis hierher gekommen seid, wird nichts nützen. Die MKK-Klinik Gelnhausen ist nach meinem Dafürhalten kein Krankenhaus, sondern eine Abfertigungshalle. Die Abrechnung über die Operation wird sicher schon morgen die entsprechende Krankenkasse erhalten. Wie es der Weber-B Fraktur weiter ergeht, interessiert die MKK-Klinik nur peripher. Wahrscheinlich kommt bald ein Schrieb, indem die Weber-B Fraktur aufgefordert wird, die Krücken und den Behandlungsschuh zurück zu bringen.

Hoch lebe die Gesundheitsreform. Nach der Reform ist vor der Reform.

Ich selbst war vor einigen Jahren mit einer Weber-C Fraktur im Krankenhaus in Bad Soden-Salmünster stationär zur Behandlung und war ca. eine Woche lang in stationärer Behandlung. Das war ein schönes Krankenhaus mit sehr kompetenten Ärzten und nettem Pflegepersonal. Diese ehemalige MKK-Klink wurde leider vor Jahren aufgegeben. Diese Klinik war nicht mehr wirtschaftlich. Dem Patienten würde diese Klinik heute zugute kommen, wenn es nicht nur ums Geld gehen würde…..

Mein Fazit: Als Kassenpatient bist zu der letzte “Dreck”

Wer ähnlich Erfahrungen mit der MKK-Klinik Gelnhausen gemacht hat, darf dies gerne in einem Kommentar hier berichten.

Wenn euch dieser Seite gefällt, dann würde ich mich freuen, wenn ihr “Blog von Balrog” bei Facebook beitretet ;-)

(Jürgen Knösch)

4 Responses to "MKK Klinik Gelnhausen – Patient wird einen Tag nach Knöchel-OP entlassen – ein Skandal"

  1. Martin Eller sagt:

    Das ist eine typische Geschichte, so ähnlich mußte ich auch etwas in diesem Krankenhaus erleben. Bei einem Schwerstkranken wurde die Anamnese nicht bei Aufnahme, sondern mitten in der Nacht durch Telefonanruf abgeklärt, weil der Arzt in der Notaufnahme die Schwere der Erkrankung nicht gleich feststellte. Morgens dann bei einem Besuch ein erster Hinweis darauf, wie nebenbei gegeben, das Beatmungspflichtigkeit möglicherweise eintreten könne. Am selben Nachmittag dann ein Anruf vom Krankenhaus, wir sollen schnell mal kommen, der Kranke wünsche sich das. Im Krankenhaus angekommen, gab es keinen Arzt, der uns von dem Konsequenzen des schon vorbereiteten künstlichen Komas, das war die “Beatmungspflichtigkeit”, informierte. Wir hatten wir noch Minuten Zeit, um uns von unserem Schwerstkranken zu verabschieden und erfuhren erst danach(!), dass es sich um eine Krankheit handele, die durchaus mit tödlichem Verlauf enden könne.

    Wie hätte ich anders mit meinem Sohn sprechen können, wenn ich geahnt hätte, das ich ihn zum letzten mal sprechen kann.

    Da ist nur zu Wünschen, das alles gut geht der Knöchel ordentlich operiert und der Verletzte wieder ganz heil wird. Ich wünsche viel Glück dafür und drücke beide Daumen; Glück muß man immer haben, aber besonders, wenn man ins Krankenhaus muß.

    • Danke für den Kommentar. Wenn man heutzutage in eine Klinik geht, sollte man sich vorher schon selbst um alles mögliche kundig machen, damit man in etwa weiß, was auf einen zukommt. Sich auf die Ärzte blind zu verlassen, kann üble Folgen haben. Aber es gibt andererseits zu wenig Ärzte in den Krankenhäusern, zu viele Dienste und vor allem zu lange Dienste.

      Dein geschilderter Fall ist aber sehr schlimm und sehr traurig. Das tut mir leid!

      LG Jürgen

  2. Mika sagt:

    Bei uns ist es genau umgekehrt. Da ist so wenig los das Sie alle Patienten viel länger behalten als nötig.

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