7. Februar 2011

Internet / News

Kim aus Aachen – Wurden Soziale Netzwerke missbraucht?

Heute konnte man bei Facebook einige gleiche Artikel lesen. Es ging um eine Kim aus Aachen, die offensichtlich vom Vater vermisst wurde.

Dieser Vater ermunterte oder bat, dass ein Artikel bzw. eine Suchmeldung über die verschwundene Kim von möglichst vielen Bloggern oder Facebook-Usern veröffentlicht werden sollte.

Bei näherer Recherche kommt man auf eine Meldung der Polizei in Nordrhein-Westfalen. Dort kann man diese Meldung lesen:

Oberbergischer Kreis – 07.02.2011 – 18:25 –
Nicht mehr anrufen! Wegen zahlreicher Anrufe kann telefonisch keine Auskunft mehr erteilt werden!

Zum Sachverhalt:
Der Vater der 15-jährigen Kim Fluchs hat in Facebook veröffentlicht, dass seine Tochter vermisst wird. Offensichtlich wurde diese Meldung dann von eifrigen Lesern auch in anderen Internet-Foren veröffentlicht. Der ein oder andere sieht vermutlich darin eine Ähnlichkeit mit dem Fall “Mirco”, was aber absolut nicht der Fall ist.

Zur Klarstellung:
Bei Kim Fluchs handelt es sich um eine Ausreißerin, die vermutlich mit ihrer Freundin unterwegs ist, und das nicht zum ersten Mal.

Es besteht derzeit kein Hinweis, dass Kim oder ihre Freundin Opfer einer Straftat geworden sein könnten.

Es ist alltägliches Geschäft der Polizeibehörden, nach kindlichen und jugendlichen Ausreißern zu suchen. Oftmals sind im Oberbergischen Kreis gleichzeitig mehrere Kinder/Jugendliche abgängig. Diese Kinder/Jugendliche werden – nachdem mögliche Anlaufadressen aufgesucht wurden – dann bundesweit zur Ingewahrsamnahme ausgeschrieben. Bei einer Überprüfung durch die Polizei kann somit festgestellt werden, dass der Ausreißer abgängig ist. Er wird dann den Eltern bzw. einem Jugendheim zugeführt.

Ich bin nun etwas verwirrt, bin aber der Meinung, dass man Meldungen oder Aufrufe von etwaigen Eltern oder Hilfesuchenden nicht ungeprüft aufgreifen und veröffentlichen sollte. Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden!

Ähnlich sieht es wohl der Blog “A IS FOR ART“. Dort wurde zunächst der Hilferuf des Vaters 1:1 übernommen und später würde die o.g. Polizeimeldung als Update eingefügt. Das finde ich sehr gut!

Ich hatte dies neulich erst mal bei einem Aufruf “Knochenmarkspender Blutgruppe AB Rhesusfaktor negativ gesucht!” getan und habe die Angelegenheit nach einer nachfolgenden Internetrecherche wieder richtig gestellt.

Wie seht ihr solche oder ähnliche Aufrufe?

(Jürgen Knösch)

2 Responses to "Kim aus Aachen – Wurden Soziale Netzwerke missbraucht?"

  1. heidi sagt:

    Hallo Jürgen,
    vielen Dank für deinen Artikel,
    ich habe den verzweifelten Aufruf des Vaters bei Facebook gelesen und war schockiert, da ich selbst Mutter einer kleinen Tochter bin.
    Die Pressemitteilung seitens der Polizei wurde später ins Netz gestellt, so dass ich meinen Post überarbeiten konnte. Ein “Hoax” kann es folglich nicht sein, da sie als Ausreißerin bekannt ist. Ich hoffe, dass sich alles “dem Guten” zuwendet.
    LG, Heidi

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