Grubenunglück in Chile: Rettung beginnt am Mittwoch 05.00 Uhr MESZ
Nun gibt es endlich einen festen Termin, wann die Rettung der 33 eingeschlossenen Kumpels in Chile beginnen soll.
Am Mittwoch um 00.00 Uhr Ortszeit (05.00 Uhr MESZ) werde der erste Retter in die Tiefe hinabgelassen, so Bergbauminister Laurence Golborne am Bergwerk San José. Es soll etwa anderthalb bis zwei Tage dauern, bis alle 33 Bergleute aus 624 Meter Tiefe an die Oberfläche gezogen sind.
Heute hieß es, dass 2 von den 3 Rettungsröhren zu groß seien und der einzige, der funktionieren soll, hat keinen Notausstieg. Ob diese Meldung immer noch Bestand hat, kann ich nicht sagen.
Laut Bild.de soll die Rettung so ablaufen:
Die Rettungskapsel „Phoenix“ (53 cm Durchmesser) wird von einem 24-Meter-Kran in die Tiefe gelassen. Erst mal werden fünf Mann runtergelassen: ein Arzt, ein Minenexperte. Dazu drei Elitesoldaten, die u. a. im Irak-Krieg im Einsatz waren, Erfahrungen mit Trauma-Opfern haben.
Die Helfer in der Tiefe müssen entscheiden, in welcher Reihenfolge die Männer gerettet werden. Die Bergmänner bekommen einen Spezialanzug und eine -Brille (Oakley, ca. 400 Dollar), um Haut und Augen zu schützen. Ein Gurt wird die Herzfrequenz messen. Die Werte geben die Männer selbst per Funk durch – das soll sie während der 15- bis 25-minütigen Fahrt in der engen Kapsel ablenken.
Etwa 2 Stunden nach Beginn soll der erste Kumpel oben sein!
Die Festlegung der Reihenfolge der Rettung ist wohl ein ziemliches Problem. Niemand will der Erste sein, lieber der Letzte. Aber das wird wohl angesichts der bevorstehenden Rettung nicht mehr wirklich wichtig sein. Wenn der erste Kumpel wohlbehalten an der Oberfläche ist, wird es keine Diskussionen mehr über die Reihenfolge geben.
Nach der Rettung wird es für die Kumpels aber nicht einfacher werden. Reporter werden wie die Aasgeier über die Geretteten herfallen…
(Jürgen Knösch)


