Sarrazin – Wächtersbacher Arzt – Kopftuchverbot – Pizzeria Rustica
Die Diskussion, um die Thesen von Herrn Sarrazin, haben nun auch meinen Wohnort erreicht. Da gibt es einen Allgemeinmediziner, der in seiner Praxis ein “Kopftuchverbot” verhängt hat. Er soll sich auch geweigert haben, muslimische (wohl türkische) Großfamilien zu behandeln. Etwas deutsch sollten die Patienten auch noch können.
Puuh, wie formuliere ich das jetzt, ohne dass mir die Türken von Wächtersbach auf das Dach steigen?
Erst einmal scheint es mir so, dass durch die Diskussion um die Thesen von Herrn Sarrazin den Arzt mutig werden ließen und ihn zu dem besagten Aushang ermutigten. Dass das große Wellen schlagen würde, hätte ihm eigentlich klar sein müssen.
Er wird nun die Konsequenzen tragen müssen. Ob sich der Arzt da heraus reden kann???? Schau mer mal.
Eines ist in Wächtersbach aber ein Fakt. Es gibt viele ausländische Mitbewohner und es gibt eigentlich keine Probleme. Die meist türkischen Mitbewohner machen keinen Ärger, da sie meist unter sich bleiben. Sie haben ihr Café, haben ihr Gemüsegeschäft und haben einen eigenen Fußballverein.
Fußballvereine gibt es z.B. recht viele. Es wird aber vorgezogen, Fußball in einem eigenen Verein zu spielen.
Was soll also das ganze Gerede von Integration? Ich für meinen Teil kann sagen, dass die türkischen Mitbewohner in Wächtersbach hier wohnen und unter sich bleiben (Ausnahmen bestägigen freilich die Regel). Die Bundesregierung kann noch so viele Integrationsprogramme aufstellen wie sie möchte. Es wird an den Gegebenheiten nichts ändern.
Von dem besagten Arzt hätte ich allerdings etwas mehr Einfühlungsvermögen erwartet. Kopftücher etc. sind kein Grund einen kranken Menschen nicht zu behandeln.
Der Wächtersbacher Bürgermeister Rainer Krätschmer (SPD) sagte, Stadtverwaltung, Arzt, evangelische Kirchengemeinde und der örtliche türkisch-islamische Kulturverein hätten Gespräche über den künftigen Praxisablauf vereinbart. „Wir wollen als Stadt, dass das Zusammenleben der Kulturen funktioniert so wie bisher”, sagte er. Jeder zehnte Einwohner des Ortes ist ein Ausländer. Quelle: Bild.de
Da lobe ich mir doch Herrn Krätschmer, er hat umgehend reagiert und nicht auf Integrationsprogramme der Bundesregierung gewartet. Vor Ort kann die Politik durchaus rasch und zielgerichtet handeln.
Vor ein paar Jahren gab es in Wächtersbach eine rege Diskussion um die Moschee, die der türkisch-islamische Kulturverein bauen wollte. Es gab sogar einen Fernsehfilm darüber: “Lupo und der Muezzin” hieß er, wenn ich mich recht erinnere…. Die Moschee steht mittlerweile, wenn auch ohne Minarett…
Morgen werde ich übrigens mal wieder in den türkischen Gemüseladen gehen und ein paar Sachen einkaufen…..
Erwähnen sollte ich vielleicht auch noch ein Wächtersbacher Restaurant – das ist die Pizzeria Rustica. Dieses Restaurant wird nach meiner Kenntnis unter türkischer Leitung geführt. Es gibt dort italienische Pizza, Pasta, es gibt Jägerschnitzel und es gibt türkische Gerichte. Integration geht also durch den Magen! Dort schmeckt es übrigens sehr gut und es hat einen prima Service!
(Jürgen Knösch)

